iFi Audio NEO iDSD 3
Der iFi NEO iDSD 3 kombiniert Kopfhörerverstärker, Digital-Analog-Wandler und Vorverstärker in einem und bietet unglaubliche Leistung auch für hochohmige Kopfhörer sowie Bluetooth aptX Lossless für verlustfreies Audio-Streaming in CD-Qualität.
- Kopfhörerverstärker mit bis zu 2.532 mW RMS (5.551 mW max.)
- Bluetooth 5.4 mit aptX Lossless, LDAC, LHDC und mehr
- PCM 768 kHz / DSD512 über eine maßgeschneiderte Burr-Brown-DAC-Stufe
- USB-, Koaxial-, Optisch-, Bluetooth- und Line-Eingänge (RCA)
- Die K2HD-Technologie von JVC/KENWOOD stellt natürliche Obertöne wieder her.
Übersicht
Fünfmal leistungsstärker als sein Vor-Vorgänger, ausgestattet mit einer neuen Verstärkerstufe, die vom iDSD Diablo 2 übernommen wurde, und versehen mit der K2HD‑Technologie, die gemeinsam mit JVCKENWOOD entwickelt wurde, stellt der Neo iDSD 3 die dritte Generation der 2020 von der britischen Marke eingeführten Neo‑Serie dar. Dieser Desktop‑DAC/Kopfhörerverstärker übernimmt das kompakte Format, das die Reihe so erfolgreich gemacht hat, und treibt Leistung und Verarbeitungsfähigkeiten auf ein Niveau, das den High‑End‑Referenzen von iFi nahekommt.
Eine Verstärkerstufe, die Maßstäbe verschiebt
Der erste Neo iDSD hatte einen anerkannten Schwachpunkt: Seine Verstärkersektion bot zu wenig Leistung für anspruchsvolle Kopfhörer. Die zweite Generation korrigierte dies durch die Integration der Diablo‑Schaltung. Der Neo iDSD 3 geht noch weiter mit einer Spitzenleistung von 5.551 mW und 2.532 mW RMS am symmetrischen 4,4‑mm‑Ausgang. Diese Werte entsprechen dem Fünffachen der Leistung des ersten Modells und dem Achtzehnfachen des ZEN DAC 3.
Die PureWave‑Architektur, übernommen vom Diablo 2, basiert auf einer symmetrischen Dual‑Mono‑Topologie mit kurzen, direkten Signalwegen. Die vollständige Trennung von linkem und rechtem Kanal reduziert Übersprechen und Grundrauschen. Der unsymmetrische 6,3‑mm‑Ausgang liefert seinerseits 2.244 mW an 32 Ohm – ein Wert, der für die meisten dynamischen oder magnetostatischen Kopfhörer auf dem Markt ausreicht.
Auch hochempfindliche Kopfhörer kommen nicht zu kurz. Das Auto‑iEMatch‑System passt den Ausgangspegel automatisch an, um hörbares Rauschen bei In‑Ears oder sehr empfindlichen Kopfhörern zu vermeiden – ein Problem, das bei der ersten Generation bemängelt wurde.
Burr‑Brown‑Wandlung mit doppeltem Signalpfad
Der Neo iDSD 3 verwendet einen Burr‑Brown‑Multibit‑DAC mit einer Besonderheit: PCM‑ und DSD‑Signale durchlaufen jeweils eigene Verarbeitungspfade. Diese „True Native“-Architektur bewahrt die Integrität des Signals bis zur Analogwandlung, ohne DSD in PCM zu konvertieren, wie es einige Wandler tun.
Bei PCM werden die sechs bedeutendsten Bits im Multibit‑Modus verarbeitet, um Dynamik und Punch zu erhalten, während die restlichen Bits über eine Delta‑Sigma‑Stufe für bessere Linearität bei niedrigen Pegeln laufen. Das Gerät akzeptiert PCM‑Signale bis 768 kHz sowie DSD512 – also die höchsten Auflösungen, die in Katalogen für hochauflösende Musik verfügbar sind.
Vier digitale Filter erlauben es, das Verhalten des DAC an die Hörvorlieben anzupassen: Bit‑Perfect für unveränderte Verarbeitung, GTO (Gibbs Transient Optimised) zur Reduktion von Pre‑Echo‑Artefakten, Standard und Minimum Phase für leicht unterschiedliche Signaturen im Transientenverhalten.
K2HD, die Technologie zur harmonischen Restauration
Die Zusammenarbeit mit JVCKENWOOD bringt dem Neo iDSD 3 die K2HD‑Technologie, entwickelt von den JVC‑Ingenieuren für ihre eigenen Remaster klassischer Kataloge. Die Grundidee: Die digitale Kodierung, insbesondere Kompression, entfernt einen Teil des harmonischen Inhalts, der in der ursprünglichen Aufnahme vorhanden war.
K2HD analysiert das Signal und versucht, diese verlorenen Hochfrequenz‑Harmonischen zu rekonstruieren, optional mit Oversampling auf 192 kHz / 24 Bit. Der Modus „K2“ wendet die gleiche Behandlung an, ohne die native Auflösung der Datei zu verändern. Diese Funktionen lassen sich nach Bedarf aktivieren und beeinflussen das Signal nicht, wenn sie deaktiviert sind.
Das Ergebnis hängt stark von der Quelle ab: Sehr stark komprimierte Dateien oder Masterings aus der „Loudness‑War“-Ära können einen Teil ihrer Luftigkeit zurückgewinnen, während hochwertige Hi‑Res‑Aufnahmen von dieser Verarbeitung wenig profitieren dürften.
Analoge Klangformung zur Anpassung des Hörerlebnisses
iFi hat seinen Geräten schon immer Werkzeuge zur Klangpersonalisierung mitgegeben. Der Neo iDSD 3 übernimmt die komplette Palette: XBass II zur Verstärkung des Basses oder Oberbasses, XSpace zur Erweiterung der Bühne und XPresence zur Hervorhebung von Stimmen und oberem Mittelton.
Diese Eingriffe erfolgen im Analogbereich nach der Wandlung, ohne das Digitalsignal anzutasten. XBass II bietet zwei Modi: „Bass“ für Frequenzen unter 60 Hz und „Presence“ für den Bereich von 1–3 kHz. Beide lassen sich kombinieren. XSpace setzt eine Art Crossfeed ein, um das typische „im Kopf“-Hören bei Kopfhörern zu mindern, indem eine Lautsprecherwiedergabe simuliert wird.
Die wahrgenommene Wirksamkeit variiert je nach Kopfhörer. XBass funktioniert besonders gut mit offenen Kopfhörern mit eher schlankem Bass, während XSpace eher bei älteren Aufnahmen mit übertriebener Stereotrennung punktet.
Bluetooth 5.4 und aptX Lossless
Der Neo iDSD 2 war das erste Gerät, das aptX Lossless unterstützte. Der Neo iDSD 3 führt diesen Weg mit Bluetooth 5.4 und einer umfassenden Liste an Codecs fort: aptX Lossless, aptX Adaptive, aptX, LDAC, LHDC/HWA, AAC und SBC.
aptX Lossless verspricht eine verlustfreie Übertragung mit 1.200 kbps für CD‑Dateien (44,1 kHz / 16 Bit). Der Haken: Nur wenige Quellgeräte unterstützen es. Die kompatiblen Smartphones lassen sich noch an einer Hand abzählen. LDAC mit 990 kbps bleibt die am weitesten verbreitete Lösung für eine Qualität nahe Lossless von einem Android‑Telefon.
Die Bluetooth‑Antenne wird an der Rückseite des Geräts aufgeschraubt. Der Empfang ist über mehrere Meter hinweg stabil, und das Gerät speichert mehrere Quellen für ein schnelles erneutes Koppeln.
Anschlüsse und Integration in ein System
Die Rückseite vereint den Großteil der Anschlüsse. Auf der digitalen Eingangsseite: USB‑B 3.0 für einen Computer oder einen Streamer, koaxiales und optisches S/PDIF für CD‑Player, Konsolen oder Fernseher. Ein BNC‑Clock‑Eingang erlaubt die Synchronisation des Geräts mit einer externen 10‑MHz‑Referenz – eine Seltenheit in dieser Preisklasse.
Neu im Vergleich zum Neo iDSD 2: Der Analogeingang wechselt von einer 3,5‑mm‑Buchse zu Stereo‑RCA, was die Verbindung mit einem Plattenspieler mit integriertem Phono‑Vorverstärker deutlich praktischer macht.
Die Line‑Ausgänge sind doppelt ausgeführt: symmetrische XLR und unsymmetrische RCA, beide wahlweise auf festen Pegel (reiner DAC‑Modus) oder variablen Pegel (Vorverstärker‑Modus) konfigurierbar. Die maximale Ausgangsspannung erreicht 12,7 V im symmetrischen Betrieb – genug, um Endstufen problemlos anzusteuern.
Verarbeitung und Bedienung
Das Aluminiumgehäuse übernimmt das kompakte Format der Neo‑Reihe mit Abmessungen von 21,4 × 15,8 × 4,1 cm bei 916 g Gewicht. Das Finish „Obsidian Black“ ersetzt das silberne Grau der Vorgängermodelle und lässt das Gerät auf dem Schreibtisch dezenter wirken.
Das 2‑Zoll‑Farbdisplay zeigt Dateiformat, Abtastrate, Lautstärkepegel und aktive Quelle an. Es dreht sich automatisch, je nachdem, ob das Gerät horizontal oder vertikal auf dem mitgelieferten Ständer platziert wird. Die Helligkeit der Front‑LED ist nun einstellbar, um sich an dunkle Umgebungen anzupassen.
Die Fronttasten erlauben die Auswahl der Quelle, das Aktivieren der Klangverarbeitungen und die Navigation in den Menüs. Eine Infrarot‑Fernbedienung bietet Lautstärkeregelung und Zugriff auf die wichtigsten Funktionen aus der Distanz. Die iFi‑Nexis‑App ermöglicht zudem Steuerung per Bluetooth oder WLAN sowie Firmware‑Updates.
Interne Verbesserungen dieser dritten Generation
iFi kündigt eine grundlegende Überarbeitung der Bauteile an. Die Operationsverstärker weisen gemessene Verzerrungen auf, die im Vergleich zur Vorgängergeneration halbiert wurden. Verbesserte Polymer‑Kondensatoren senken die Restwelligkeit der Stromversorgung um 50 %. WIMA‑MKS2‑Kondensatoren tragen zu einem lineareren Verhalten im Hochton bei.
Zum Lieferumfang gehört das iPower 2‑Netzteil – ein Netzadapter mit aktiver Geräuschunterdrückung, der elektromagnetische Störungen aus dem Stromnetz eliminieren soll. Diese Art von Netzteil gehört zu den Zubehörprodukten, die iFi separat anbietet, um seine Einstiegsgeräte aufzuwerten; die Beigabe im Lieferumfang ist daher ein klarer Pluspunkt.
Häufig gestellte Fragen
Kann man den Neo iDSD 3 ausschließlich als DAC nutzen, ohne die Verstärkersektion?
Ja. Die XLR‑ und RCA‑Line‑Ausgänge können im Menü auf festen Pegel eingestellt werden. In dieser Konfiguration bleibt die Lautstärke am Maximum und das Gerät arbeitet als reiner Wandler, während die Lautstärkeregelung einem externen Verstärker oder Vorverstärker überlassen wird.
Was ist der Unterschied zwischen dem Modus K2 und dem Modus K2HD?
Der Modus K2 wendet die harmonische Restauration an, ohne die Auflösung der Datei zu verändern. Der Modus K2HD ergänzt die harmonische Restauration um ein Oversampling auf 192 kHz / 24 Bit. Einige bevorzugen K2, um die Datei möglichst unverfälscht zu belassen, andere empfinden K2HD als flüssiger und geschmeidiger.
Werden schwer anzutreibende magnetostatische Kopfhörer ausreichend unterstützt?
Mit mehr als 2.500 mW am symmetrischen Ausgang kann der Neo iDSD 3 die große Mehrheit der magnetostatischen Kopfhörer am Markt antreiben, einschließlich leistungshungriger Modelle wie Audeze LCD oder HiFiMAN Susvara, auch wenn Letztere weiterhin von einem noch leistungsstärkeren dedizierten Verstärker profitieren werden.
Technische Daten
Audio-Architektur
- Typ: D/A-Wandler und stationärer Kopfhörerverstärker
- Digital-/Analog-Wandlung: Multibit-Burr-Brown-DAC mit getrennter Verarbeitung von PCM- und DSD-Signalen
- Optimierte Architektur mit reduzierten Geräusch- und Verzerrungswerten
- Proprietäre Audiotechnologien: K2HD (JVCKENWOOD), XBass II, XSpace, XPresence
- Digitale Filter: Bit-Perfect, GTO, Standard, Minimum Phase
Unterstützte Audioformate
- PCM: bis zu 768 kHz
- DSD: bis zu DSD512 (22,6 MHz)
- Native High-Resolution-Dekodierung
Konnektivität
- Digitale Eingänge
- USB-B 3.0
- S/PDIF koaxial
- S/PDIF optisch
- Bluetooth 5.4
- Unterstützte Bluetooth-Codecs: aptX Lossless, aptX Adaptive, aptX, LDAC, LHDC / HWA, AAC, SBC
- Analogeingang
- Unsymmetrisch Stereo-Cinch (RCA)
- Line-Ausgänge
- Symmetrisch Stereo-XLR
- Unsymmetrisch Stereo-Cinch (RCA)
- Zusätzliche Anschlüsse
- BNC-Takteingang
- Eingang für externe DC-Stromversorgung
Kopfhörerverstärker
- Symmetrischer Ausgang (4,4 mm)
- Spannung: ≥ 12,7 V
- Leistung: ≥ 2532 mW RMS an 64 Ohm
- Unsymmetrischer Ausgang (6,3 mm)
- Spannung: ≥ 8,4 V
- Leistung: ≥ 2244 mW RMS an 32 Ohm
Erweiterte Audiofunktionen
- XBass II: Anhebung der Tieffrequenzen
- XSpace: Erweiterung der Klangbühne
- XPresence: Verbesserung der Stimmpräsenz
- K2HD-Signalverarbeitung zur Wiederherstellung von Obertönen
- Analoge Signalverarbeitung ohne Beeinträchtigung des Digitalsignals
Allgemeine Informationen
- Referenz: NEO-iDSD-3
- Abmessungen (B × T × H): 21,4 × 15,8 × 4,1 cm
- Gewicht: 916 g
- Bauform: kompakte Desktop-Ausführung
- Gehäuse: Aluminium, Ausführung Obsidian Black
- Hochwertiger Burr-Brown-DAC
- Hochleistungs-Kopfhörerverstärker, kompatibel mit anspruchsvollen Kopfhörern
- Verlustfreies Bluetooth mit audiophilen Codecs
- Unterstützung der Formate PCM 768 kHz und DSD512
- Exklusive analoge Signalprozessoren von iFi Audio
- Umfassende analoge und digitale Konnektivität
- Fernbedienung
- Ständer für Vertikale Aufstellung
- iPower 2 Netzteil